Pfandbriefkauf der EZB begünstigt Bauherren

Der Chef der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, hat den Aufkauf von Pfandbriefen im Wert von bis zu 60 Mrd. Euro angekündigt. Diese Maßnahme dürfte für verbesserte Konditionen beim Baugeld in Form niedrigerer Hypothekenzinsen sorgen.
Der Pfandbriefkauf stellt vor allem eine Maßnahme gegen die im Verlauf der Krise gestiegene Kreditklemme dar. Durch die so ermöglichte Liquiditätserhöhung im Finanzsystem sollen private und geschäftliche Bankkunden wieder zu besseren Konditionen an Geld kommen, als es bislang der Fall war.
Trotz des Rekordtiefs des Leitzinses, der innerhalb weniger Monate um 3,25 Prozent auf 1,0 Prozent abgesenkt wurde und auf diesem Niveau wohl mittelfristig verharren wird, ist das Baugeld in Deutschland aufgrund der Unsicherheit der Banken nicht in einem ähnlichen Maße gesunken. Von 5,2 Prozent auf 4,15 Prozent fielen die Zinsen für zehnjährige Hypothekendarlehen nach Angaben des Finanzportals Biallo im Durchschnitt lediglich.
Nun hat nach Informationen der “Welt” bereits die Ankündigung der EZB, die Kreditvergabe und Konjunktur mit Hilfe des Pfandbriefkaufs weiter beleben zu wollen, zu einer merklichen Reduzierung der Finanzierungsaufschläge geführt. Die Zinsen auf Hypotheken dürften also in nächster Zeit weiter sinken und Bauherren bessere Konditionen bescheren.

Inflationsrisiko steigt

Der Beschluss der EZB stieß allerdings nicht nur auf Zustimmung. Obwohl der Leitzins unverändert bei 1,0 Prozent gelassen wurde, sehen viele Finanzexperten die Gefahr einer massiven Geldentwertung nach Abklingen der Rezession steigen. Trichet versicherte jedoch, es gebe eine Strategie, wie das nun in den Markt gepumpte Geld wieder abgezogen werden könne. Eine endgültige Entscheidung sei diesbezüglich aber noch nicht getroffen worden.
Mit Blick auf den Kurs der amerikanischen, britischen oder japanischen Notenbank, die die Pfandbrief-Strategie schon vor Längerem angekündigt hatten und im Falle der Federal Reserve mit einem Kaufvolumen von umgerechnet rund einer Billion Euro ausgestattet hatten, wirkt die Europäische Zentralbank hingegen glücklicherweise noch eher gemäßigt. Trotzdem ist Vorsicht angebracht, wenn es um ein angebrachtes Maß zur Belebung der Wirtschaft geht – auch wenn die neuen Pläne zunächst Verbesserungen mit sich bringen, müssen doch auch die langfristigen Folgen unbedingt bedacht werden.

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