Betrüger missbrauchen US-Rettungspaket

Das von US-Präsident Obama auf den Weg gebrachte 75-Milliarden-Dollar – Rettungspaket für angeschlagene Immobilienbesitzer wird von Betrügern ausgenutzt. Sie gaukeln den verzweifelten Hauseigentümern Hilfe vor und verschwinden mit der geleisteten Vorauszahlung, berichtet das “Handelsblatt”.

Ursprünglich sollte das miiliardenschwere Paket zur Rettung zahlungsunfähiger Hausbesitzer dienen, die ihre Ratenzahlungen nicht mehr leisten können. Die Hypotheken sollten mit Hilfe der Gelder umgeschichtet und verringert werden, so dass den Immobilienbesitzern zumindest mehr Zeit gegeben wird, in der sie noch irgendwie die nötigen Gelder auftreiben könnten. Jedoch mangelt es dem ehrgeizigen Projekt an Strukturiertheit und Linie, weswegen nun zahlreiche betrügerische neue Firmen aus dem Boden schießen und die vor dem Ruin stehenden Menschen noch weiter ausnehmen.

Dreist und ruinös

Das “Handelsblatt” schildert die Vorgehensweise der durchaus einfallsreichen Kriminellen: Per Zeitung, Internet oder Radio würden die eigenen Dienste so beworben, dass es so aussehe, als würden die Firmen in direktem Kontakt mit der Regierung stehen oder in ihrem Auftrag handeln. Den potenziellen Kunden würde eine schnelle und effektive Hilfe versprochen, um ihr Eigenheim vor der Zwangsversteigerung zu schützen. Da die Kunden oft monatelang auf einen Beratungstermin bei den offiziellen Stellen warten müssten und in dieser Zeit im Zweifel schon trotz des Obama-Pakets ihr Haus verloren hätten, gingen sie entsprechend auf die Anzeigen ein. Das seriöse Auftreten der Vertreter überzeuge die verzweifelten Eigentümer und bringe sie dazu, in eine – nach US-Recht eigentlich weitestgehend verbotene – Vorauszahlung zwischen 1.000 und 6.000 US-Dollar einzuwilligen. Nach dieser Zahlung würden die Kunden die Firma allerdings nie wiedersehen – und ihr Geld ebensowenig. So würden den ohnehin schon ruinierten Leuten auch noch die letzten Reserven genommen.

Hartes Vorgehen angekündigt

Die Behörden und zuständigen Polizei- und Geheimdienststellen reagierten bereits deutlich auf diese neue und besonders hinterhältige Form der Trickbetrügerei. Die Vorgehensweise werde, angesichts bereits 2.100 angezeigter Betrugsfälle und einer großen Zahl nicht bekannter Fälle, drastisch verstärkt, so ein Sprecher. Auch versteckte Unternehmen mit kriminellen Tendenzen würden nun ins direkte Fadenkreuz der Ermittler gerückt werden, um den Missbrauch der “Hope now”- Rettungspakete und die damit verbundene vollständige finanzielle Zerstörung von Existenzen zu verhindern und entsprechend zu bestrafen. Der amerikanische Traum vom eigenen Haus ist aber trotzdem für viele US-Bürger bereits durch die geplatzte Immobilienblase zum Albtraum geworden.

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